Mit eigenem Tempo und allen Sinnen -
„Haus der Talente“ der Rummelsberger feierte Einweihung in Nürnberg
(13.07.2010)
Nürnberg/Rummelsberg. Auf Entdeckungsreise gehen ohne jeden Zeitdruck, sich in Ruhe mit einer Sache beschäftigen können, bis man sich wirklich damit auskennt, mit Klängen und Instrumenten experimentieren, Farben kunterbunt mischen, waghalsige Konstruktionen aufeinander türmen – wer möchte das nicht? Spielend seine Umwelt erfahren, sich erproben, experimentieren, in verschiedene Rollen schlüpfen, seiner Neugierde nachgeben dürfen und das alles in einem geschützten Rahmen mit liebevoller und fachlicher Begleitung: Das „Haus der Talente für Kinder und Familien“ der Rummelsberger Dienste für junge Menschen (RDJ) vereint das alles unter einem Dach.
„Wir sind sehr dankbar“ und „ein dickes Lob an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ – bei der offiziellen Einweihungsfeier fasste Elternsprecherin Paula Schwab die Gefühle der Eltern in Worte. Ihr kleiner Sohn Johannes-Paul geht im „Haus der Talente“ in die Kinderkrippe und ist, wie sie sagt, „in besten Händen“. Das ist bereits einer der vielen durchdachten Punkte der Konzeption: Im „Haus der Talente“ können die Kinder von 0 bis 12 Jahren bleiben, vom „Nest“, der Kinderkrippe bis zum Hort für die Grundschulkinder. Über Jahre haben Kinder aller Nationalitäten dadurch ein vertrautes Umfeld mit festen Bezugspersonen um sich, finden hier Konstanz, Geborgenheit und Sicherheit für ihre gute Entwicklung.
Viele Gäste und Eltern nahmen an diesem freudigen Fest in der Nähe des Stadtparks teil. Die Kinder hatten dafür ein Lied und einen Tanz einstudiert, das Haus war mit bunten Luftballons geschmückt und in einer kurzen Andacht erbat Pfarrerin Gabriele Gerndt den Segen Gottes für die Menschen in diesem Haus. Unter den Gästen begrüßte RDJ -Geschäftsführer Diakon Christian Oerthel unter anderem Vertreter der Stadt Nürnberg und anderer karitativer Einrichtungen sowie Sponsoren von der PSD-Bank und der Nürnberg Stiftung „wbg 2000“.
Aus Rummelsberg waren Geschäftsführer Harald Frei, Oerthels Nachfolger Diakon Dr. Thomas Trapper, Abteilungsleiter Olaf Forkel und Immobilienmanagerin Heide Bigalke zur Einweihung gekommen. Oerthel erinnerte an die traditionelle Verbindung der Rummelsberger mit Nürnberg und ließ noch einmal die Entwicklung der ehemaligen Betreuungsstelle für minderjährige Flüchtlinge zum jetzigen Haus für Kinder Revue passieren. Manchmal sei ein Umbau schwieriger als ein Neubau, merkte er an und dankte allen, die dieses Vorhaben ermöglicht haben.
Nicht die Fehler Heranwachsender solle Pädagogik im Auge haben, sondern ihre Fähigkeiten stärken, nicht nach Ressourcen fragen, sondern Chancen zur persönlichen Entfaltung, für vielseitige Erfahrung und damit zur frühkindlichen Bildung bieten, erklärte Reiner Prölß, Referent für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg in seinem Grußwort. Mit Spaß lerne man ja auch viel besser und Arbeiten falle leichter, stellte Prölß fest und wünschte allen viele schöne Stunden im neuen Haus.
„Ja, wir haben es geschafft“, freute sich Christine Engelhardt, die Leiterin des „Hauses der Talente“. Dienststellenleiterin Dorothee Schmidt stellte den Gästen das Konzept „alles unter einem Dach“ und der spielerischen „Talent-Stärken-Förderung“ vor. Es beruht auf dem englischen Modell der „Early-Excellence-Centers“ der Engländerin Margy Whalley, denn deren Leitgedanken spiegeln die Rummelsberger Leitsätze wider: die Stärken und Talente der Kinder fördern, Eltern als die Experten ihrer Kinder aktiv in die Gestaltung mit einbeziehen – starke Eltern für starke Kinder – und als Einrichtung zu einem Begegnungsort und in Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen zu einem Netzwerk für Familien werden.
Drei Stockwerke stehen im Haus in der Fenitzerstraße für insgesamt 65 Kinder zur Verfügung – sie alle sind individuell nach heilpädagogischen Gesichtspunkten (Würzburger Modell) eingerichtet. Verschiedene Ebenen, fest strukturierte Räume, helle Farben und kindgerechte Möbel laden zum Spiel ein, geben aber auch einen festen Rahmen für die Arbeiten. An alles ist gedacht und Symbole helfen schnell den Raum für „Kochen und Essen“, das „Atelier und Werken“, die „Bibliothek“ oder den Raum für „Bauen“ und „Hausaufgaben“ zu finden.
Unter diesen Voraussetzungen macht es Kindern Spaß, die Welt für sich zu erobern, der Start ins Leben gelingt und schafft damit gute Voraussetzungen für ihre Zukunft.
Dorothée Krätzer/RA
Bild oben:
Ein ganzes Haus für Kinder – in Nürnberg weihten die Rummelsberger das „Haus der Talente für Kinder und Familien“ mit seiner besonderen Konzeption zur Frühförderung ein. Foto: Krätzer
Bild unten:
Viele Gäste, darunter Eltern, Vertreter der Stadt Nürnberg und Rummelsberger, freuten sich bei der Einweihung über das gelungene „Haus der Talente“: Reiner Prölß, Referent für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg, Christine Engelhardt, die Leiterin des „Hauses der Talente“ und Elternsprecherin Paula Schwab mit ihrem Sohn Johannes Paul (von links). Foto: Krätzer